Zweifach – Christa Schmid und Gerd Hartmann
9.05. - 20.09.
Zwar werden Präsentationen zweier Künstler häufig als Doppelausstellungen bezeichnet; dass diese Schau jedoch „zweifach“ und nicht „doppelt“ genannt wird, ist kein Zufall. Denn das in Lauffen ob Rottweil lebende Künstlerehepaar Christa Schmid und Gerd Hartmann beschreitet jeweils eigene künstlerische Wege.
Christa Schmid besitzt einen wachen Blick für Gegenstände, Räume und Landschaften. In ihren Gemälden inszeniert sie Alltägliches – mal nahezu fotorealistisch, mal bewusst abstrahierend. Ein Stück Fleisch, eine Zeitung oder das Atelier eines Künstlers werden dabei zum
Ausgangspunkt vertiefter Wahrnehmung. Schmid lädt dazu ein, genauer hinzusehen, und versetzt Auge und Geist in eine Wahrnehmungs- und Deutungsschlaufe“ (Andreas Pinczewski), in der sich Vertrautes immer wieder neu erschließt.
Gerd Hartmann ist Künstler und Archäologe zugleich. In seinen fantastischen Bildwelten erforscht er den Archipelago des Arnold B. und präsentiert Funde aus Karakoto, der schwarzen Stadt im Dschungel. Er entführt uns in die gusseiserne Bibliothek der Prinzessin Sensarana, präsentiert technische Apparaturen und entdeckt einen bislang unbekannten Kommentar zum rätselhaften Voynich-Manuskript. In Hartmanns Werk trifft Technik auf Natur, klare Strukturen auf organische Formen, leuchtende Farben auf rostige Artefakte.
Trotz aller Unterschiede zeigt die Ausstellung auch, dass sich das Künstlerpaar gegenseitig inspiriert und ihr Schaffen von gemeinsamen Interessen geprägt ist. Beide Künstler verbindet eine intensive Auseinandersetzung mit Raum und Perspektive sowie die schöpferische
Kraft der Fantasie, die in den jeweiligen Arbeiten auf ganz unterschiedliche Weise Gestalt annimmt. Gerade in dieser Spannung zwischen Nähe und Eigenständigkeit entfaltet sich der besondere Reiz der „zweifachen“ Präsentation.
