ad narragoniam – die Narrenschiffflotte des Sebastian Brandt – in Gengenbach
1.04. - 31.10.
Große Bandbreite durch alle Jahrhunderte
Im Narrenmuseum Niggelturm in Gengenbach wird erstmalig eine repräsentative Auswahl von weit über 100 Narrenschiffdarstellungen ausgestellt.
Gezeigt wird auch eine Faksimileausgabe des Narrenschiffes, verlegt in Straßburg im Jahre 1913, aber auch das Bronzemodell des Kölner Narrenschiffbrunnens „Müllemer Böötche am Karl-Berbuer Platz.
Das Kölner Karnevalsmuseum und das Deutschen Fastnachtmuseum ist zu verdanken, wertvolle Exponate in Gengenbach zeigen zu können.
„Das Narrenschiff“ von Sebastian Brandt (geb.1457, gest.1521 in Straßburg) war bis zur Reformation das meistgelesene Buch in Europa. Brandt war ein deutscher Humanist, Professor für Rechtswissenschaften und Kanzler der Freien Reichsstadt Straßburg. Er glossiert in seinem Werk die Narrheiten und Torheiten des 15.Jahrhunderts, reich illustriert in großen Teilen durch den noch jungen Albrecht Dürer.
Zahlreiche Künstler wurden durch das 1494 in Basel verlegte Werk inspiriert, so bereits ein Zeitgenosse Brandts, der niederländische Maler Hieronymus Bosch. Die in Gengenbach gefundene Narrenkachel von ca.1505 geht aus Motiven dieses Buches hervor. Aber auch junge Künstler der Neuzeit ließen sich zu teils auch politischen Narrenschiffdarstellungen inspirieren.
Der Liedermacher Reinhard Mey besang 1997 das Narrenschiff und seine Besatzung. Diese sehr politische Interpretation ist allerdings aktueller denn je.
