De l’Alhambra au Bosphore / Von der Alhambra bis zum Bosporus: Eine musikalische Reise zwischen sephardischer Tradition und osmanischer Musik
13.09., 17h30
Ein Konzert, dessen Originalität zum einen in der Auswahl der Werke und zum anderen in den Instrumenten liegt, die den Gesang begleiten. Das Programm umfasst sephardische Lieder in Judesmo (jüdisch-spanisch), ein lebendiges Erbe der jüdischen Gemeinschaft, die 1492 aus Spanien vertrieben und unter anderem im Maghreb und im Osmanischen Reich aufgenommen wurde. Diese bis ins frühe 20. Jahrhundert mündlich überlieferten Volkslieder beschreiben den Alltag und thematisieren Liebesbeziehungen, meist aus der Perspektive der Frauen. Im Wechsel dazu werden kunstvolle Kompositionen aus dem alten Instrumentalrepertoire des Sultanhauses aufgeführt, von denen einige von jüdischen Musikern komponiert wurden, die die Musikgeschichte des Reiches geprägt haben.
Die Sängerin Anne Schlick spielt zudem die Nyckelharpa, ein traditionelles schwedisches Instrument, das von mittelalterlichen Instrumenten abgeleitet ist. Die Kombination dieses Streichinstruments mit der Oud, einer arabischen Laute, die von Jean-Luc Roth gespielt wird, ist ungewöhnlich. Die Klangfarben und Register der beiden Instrumente ergänzen sich jedoch und bilden einen wunderschönen Rahmen für die Mezzostimme.
Dieses Konzert ist mehr als nur eine musikalische Darbietung: Es ist eine echte historische Entdeckungsreise. Es spiegelt das Zusammenleben und die gegenseitige Bereicherung der jüdischen und muslimischen Kulturen im Osmanischen Reich wider. Mit diesen Melodien laden die Künstler das Publikum ein, ein einzigartiges Kulturerbe zu entdecken, in dem sich Geschichte und Emotionen im Rhythmus der Noten miteinander verflechten.
