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Maria Kalesnikava erhält Menschenrechtspreis 2021 der Baum-Stiftung

by Hawo Brassel

Auszug aus einem offenen Brief der Staatsoper Stuttgart an die Bundeskanzlerin. Kulturschaffende aus ganz Deutschland fordern Unterstützung für ihre Kollegin.

Am frühen Morgen des 7. September 2020 ist Maria Kalesnikava im Stadtzentrum von Minsk (Belarus) von maskierten Männern in einem schwarzen Lieferwagen entführt worden. Sie sollte in die Ukraine abgeschoben werden. Beim Grenzübergang zerriss sie ihren Pass, wurde festgenommen und ist seitdem in Haft.

Maria Kalesnikava ist eine belarussische Musikerin, Kuratorin und Art-Direktorin des Minsker Kulturprojektes “OK 16” und ein führendes Mitglied des Koordinationsrats der Belarussischen Opposition. Zuvor hatte sie 12 Jahre in Stuttgart studiert und gearbeitet, u.a. als PR-Managerin des renommierten Neue-Musik-Festivals ECLAT. Sie leitete mehrere Projekte in Stuttgart und Minsk, u.a. in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut.

Die weiterhin inhaftierte Oppositionsführerin wird für ihren Kampf um die Demokratie mit dem Menschenrechtspreis 2021 der Gerhart & Renate Baum-Stiftung geehrt. Die Auszeichnung sei eine “Verbeugung vor dem Mut und der Kompromisslosigkeit einer Kämpferin” heißt es bei der Stiftung um den früheren Bundesinnenminister Gerhart Baum.

Foto: Wikipedia

“Die frühere Stuttgarter Kulturmanagerin habe ihren sicheren Job in Deutschland aufgegeben, um mit anderen Frauen einen Wandel in dem von Machthaber Lukaschenko autoritär geführten Land anzustoßen.”

Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird beim ECLAT Festival für Neue Musik am 7. Februar in Stuttgart verliehen. “Maria ist ein Mensch mit gesellschaftlicher Verantwortung. Sie hat als Künstlerin immer Menschen erreichen, etwas bewegen wollen”, sagte Christine Fischer, künstlerische Leiterin des Festivals ECLAT. Die Auszeichnung nehme Kolesnikawas in der Ukraine lebende Schwester entgegen. “Kolesnikawa wisse um die Kraft der Kunst für Veränderung und wurde in unglaublich kurzer Zeit zur charismatischen Führungsfigur der belarussischen Demokratiebewegung.”

Der Menschenrechtspreis ist eine Verbeugung vor dem Mut und der Kompromisslosigkeit einer Kämpferin.