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Museum Hurrle Durbach – Kunst Kosmos Oberrhein 16.5. – 13.10.

Arts du Rhin Supérieur –
KunstKosmos Oberrhein

16. Mai bis 13. Oktober 2019

www.museum-hurrle.de

Pascal Poirot,La fonte (schmelzenderGletscher),2018, Oel auf Holz, 160x250cm, Foto: Florian Tiedje copyrightP.Poirot_FR

Der Rhein ist ein faszinierend vielgesichtiges Gewässer, mythenumwoben, trennend, dabei zugleich eine offene Tür, ein Weg zum Meer, eine Brücke zwischen Kulturen. Wir kennen die Städte, die er durchquert: Basel, Straßburg, Mannheim…
Unsere Region, der diese Ausstellung gewidmet ist, ist geprägt von einer realen, einer mentalen und einer literarischen Landschaft, die unsere Vorstellungen durchdringen. Wir kennen die wechselseitige Befruchtung der Kulturen an den Rheinufern, ihre turbulente Geschichte, die heute in eine gemeinsame Gegenwart mündet. Die Landschaften sind sich manchmal ebenso ähnlich wie die Menschen, und die 1993 geöffnete Grenze ermöglicht es Menschen und Kulturen, sich hin und her zu bewegen, sich gegenseitig zu studieren und zu hinterfragen, vor allem aber zu teilen.
Für das Elsass besonders symbolträchtig ist im Bereich der bildenden Kunst das 1936 von dem Bildhauer Léon-Ernest Drivier (1878 -1951) errichtete Denkmal auf dem Place de la République in Straßburg: Eine Mutter hält ihre beiden toten Söhne im Arm, der eine für Frankreich, der andere für Deutschland gefallen – charakteristisch für die Situation der Elsässer während der beiden Weltkriege. Das Denkmal verkörpert wie kaum ein anderes die bald fruchtbare, bald zerrissene Kultur am Rhein und ihre menschlichen Dimensionen.

Wawrin Isolde, acryl. s. papier, 185,5×178,3cm, 2010

Zugleich gab es immer wieder Versuche, Künstler aus den drei Grenzregionen zu zeigen, beispielsweise die „Espaces Rhénans“, und auf allen Seiten wächst die Zahl von Künstlern, die davon überzeugt sind, dass Offenheit, Begegnung und Austausch hilfreich und befruchtend sind.
Die Vielfalt der Ansätze ist so groß, dass die Ausstellung nicht allen Aspekten gerecht werden, nicht alle Künstler zeigen kann. Sie hat jedoch das Ziel, eine Vielzahl von Künstlern zu präsentieren, die durch ihre Werke und ihr Engagement die Grenzen überschritten haben, wie beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen der Gruppe „Faisant“ und dem Künstlerkreis Offenburg oder das Engagement von Tomi Ungerer, der sich seit langem für die künstlerische und ästhetische Verbindung einsetzt; und nicht zuletzt Raymond E. Waydelich oder Germain Roesz, der über das Individuum hinaus stets auch die Prägung durch die Kultur und die geschichtlichen Erfahrungen mit in Betracht zieht.
Es darf auch nicht vergessen werden, dass diese Rhein-Gemeinschaft zwar von Erzählungen und Mythen geprägt ist, die noch immer relevant sind, dass aber auch äußere Einflüsse rund um Abstraktion und Konzeptkunst den Horizont geweitet haben.
Ziel ist es nicht einfach, deutsche, französische und schweizerische Künstler zu vergleichen, sondern sie in ihrer (oft über die Region hinausgehenden) Epoche zu verorten, ihren gemeinsamen Wurzeln nachzuspüren und die sie verbindenden wie auch unterscheidenden Merkmale aufzuzeigen. Hinzu kommen auch Künstler, die in Vergessenheit geraten, aber dennoch wesentlich für das historische Verständnis sind, sowie auch diejenigen, die nicht aus der Region stammen, sondern die aus der „Fremde“ kommend die Situation beeinflusst haben.

geöffnet:
Mi-Fr 14-18 h
Sa-So 11-18 h
www.museum-hurrle.de

 

Bert Jäger zum 100. Geburtstag

“Profile in der Kunst am Oberrhein”

Eine besondere Ehrung erfährt das Werk des Freiburger Künstlers Bert Jäger, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. In ihm verkörpert sich ein Künstlerschicksal des 20. Jahrhunderts: Nach seinem Studium an der Kunstakademie Karlsruhe geriet er als Soldat in russische Kriegsgefangenschaft. Erst 1949 zurückgekehrt, nahm er die Malerei sofort wieder auf, arbeitete als Fotograf für Caritas International und war als Gebrauchsgrafiker tätig. Sein Werk ist stark von der französischen Avantgarde, von Informel und Abstraktem Expressionismus geprägt und bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Zeichnung und Malerei, Bild und Sprache, Farbflächen und Linien.
Die Ausstellung beleuchtet sein vielseitiges Werk, wobei neben der Malerei auch seine Fotografien der diesjährigen Kulturhauptstadt Matera (Süditalien) von 1954 gezeigt werden. Bert Jäger arbeitete in seinen Ateliers in Freiburg und Ligurien bis 1998.
Am 5. Juni 2019 findet um 19 Uhr ein Gespräch mit dem Nachlassverwalter und Kunstbuchverleger Dieter Weber aus Freiburg statt.

geöffnet:
Mi-Fr 14-18 h
Sa-So 11-18 h
www.museum-hurrle.de

 

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