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Durbach – Museum Hurrle “Mythos Leipziger Schule von 1960 bis heute”

Michael Triegel, Persephone im Hades, 2009, Mischtechnik auf Leinwand, copyright_VG_Bild-Kunst,_Bonn_2018

Mythos Leipziger Schule von 1960 bis heute 

Bernhard Heisig, Havelgeiger, 1988, Oel auf Leinwand copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

17. November 2018 – 24. März 2019

Bis heute bringt die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, deren Ruf Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke als „Leipziger Schule“ begründet hatten, bemerkenswerte Künstler hervor, darunter Leif Borges, Frank Hauptvogel, Erich Kissing und Michael Triegel. Sie alle verbindet eine meisterhafte Beherrschung der Maltechnik ebenso wie die Kombination figürlicher Motive mit abstrakten, oft symbolistisch anmutenden Themen nachdenklich-melancholischer Grundstimmung.

Der 1972 von einem Journalisten geprägte Begriff der „Leipziger Schule“ ist schwammig und steht keineswegs für einen einheitlichen Stil.

Anfang der 60er Jahre hatte Bernhard Heisig als neu berufener junger Rektor der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig (HGB) mit der Gründung einer Malklasse den Grundstein für den Erfolg Leipziger Künstler gelegt.
Als sich die restriktive Kulturpolitik der DDR mit ihrem Ideal des „Sozialistischen Realismus“ zunehmend lockerte, eroberten immer mehr Leipziger Künstler das Feld, allen voran Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke, die erst Studenten, dann als Professoren an der HGB tätig waren und verschiedene Stilrichtungen von expressiv (Heisig) bis altmeisterlich-realistisch (Tübke) vertraten. 1972 galt Leipzig dann als „Kunstzentrum“, wo die künstlerische Kritik an der eigenen Gesellschaft erstmals offizielle Anerkennung fand und sich im Laufe der 80er Jahre immer mehr Geltung verschaffte.

Erich Kissing, Maja, 2014, Ei-Tempera und Oel auf Holz, 42x30cm, copyright VG_Bild-Kunst Bonn 2018

Arno Rink, Nacht der Gaukler, 1988-1989, Oel auf Hartfaser, 149x124cm, copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Nach der Wende, die für viele DDR-Künstler wirtschaftlich ein Desaster bedeutete, entdeckte dann Anfang des neuen Jahrtausends zunächst der US-Kunstmarkt die junge Künstlergeneration aus Leipzig für sich. Unter dem Schlagwort der „Neuen Leipziger Schule“ kamen junge Künstler nun zu weltweitem Ruhm, wobei wiederum von einem einheitlichen Stil nicht die Rede sein kann.

Die Durbacher Ausstellung verdeutlicht, dass nicht die Etikettierung einer Arbeit ihre Bedeutung ausmacht, sondern ihre künstlerische Qualität.
Neben den beiden „Leipziger Schulen“ werden auch wichtige Bilder von Künstlern gezeigt, die sich allein ihrem Anspruch verpflichtet gesehen haben: die stillen Unspektakulären und die innovativen Aufmüpfigen. Beide passten natürlich nicht in das Schema der nur nach außen hin so „tabulosen“ Kulturpolitik der SED.
Mit über 80 Arbeiten vermittelt die Ausstellung einen Einblick in die Fülle Leipziger Tradition.

http://www.museum-hurrle.de 

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