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José de Guimarães im Musée Würth France Erstein
bis 15.März 2020

José de Guimarães zählt zu den bemerkenswertesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst

José de Guimarães, Série México: Papeles Picados (Mexiko-Serie: Papeles Picados), 1996, Papier laminé sur toile, acrylique avec sable et boules, 100 x 71 cm

Ausstellung: José de Guimarães
18. Juni 2019 – 15. März 2020

„MEINE ARBEIT HAT SICH AUF FAST ORGANISCHE
WEISE, OHNE RADIKALE BRÜCHE, DURCH
HINZUFÜGEN ENTWICKELT.“
JOSÉ DE GUIMARÃES

Der künstlerische Ansatz von José de Guimarães, dessen Leben und Schaffen durch drei Manifeste und eine Reihe von Serien geprägt sind, die im Laufe seiner Erkundungen der Kontinente entstanden, ist mit dem Ansatz des Anthropologen untrennbar verbunden. „Wir wollten dieses zweifache Gesicht zeigen“, erklärt Marie-France Bertrand, Direktorin des Museums Würth, „weshalb wir sowohl eine Auswahl seiner Werke, die größtenteils zur Würth-Sammlung gehören, als auch afrikanische Kunstwerke (aus Angola, Nigeria, Mali, Benin …) – Leihgaben aus seiner umfangreichen persönlichen Sammlung – präsentieren.“
Auch wenn ein großer Teil der Ausstellung der afrikanischen Periode des Künstlers gewidmet ist, will das Museum Würth einen Überblick über seine gesamte Laufbahn vermitteln: Gezeigt werden die bedeutendsten Werke seiner einzelnen Schaffensperioden – in den ersten Räumen in chronologischer Abfolge, um die begründenden Phasen seines Stils zu veranschaulichen – dann thematisch, ohne sich jedoch auf die geografischen Grenzen der von José de Guimarães erforschten Regionen zu beschränken. Diese Retrospektive zeugt somit von

Jose DE GUIMARAES, Maske mit Tattoos, 1972, 75 x 100,5 cm Acryl auf Leinwand Sammlung Würth

seiner grafischen Entwicklung im Laufe der Zeit, von der Fragmentierung der Form und Schaffung des Afrikanischen Alphabets bis hin zu meisterhaften Kombinationen. Sie veranschaulicht die starke Rolle der Farben sowie der naiven und figurativen Aspekte im Schaffen des Künstlers. Sie zeugt auch von der Vielfalt der für die Art brut typischen Materialien und Träger: Malerei auf Leinwand oder Holz, Acryl oder Gouache, aber auch Collagen und Montagen aus (von ihm selbst herstellten) Papier, Pigmenten, Sand, Objekten, Neon, Bronze …
Ein 7 Meter langes Kunstwerk empfängt die Besucher: Bagdad, das 2003 in Anlehnung an den Abu-Ghuaib-Skandal entstand. Es gehört mit vier weiteren Teilen zu einer Serie, ist jedoch das einzige in der Sammlung Würth. „José de Guimarães reagiert mit dieser Arbeit direkt auf ein politisches Ereignis, was bei ihm eher selten ist“, so Claire Hirner, Kuratorin der Ausstellung. „Dieses Werk könnte als eine Parallele zu Guernica und die Unmittelbarkeit Picassos in Bezug auf aktuelle Ereignisse gesehen werden.“

Schwarze Giaconda / Schwarze Mona Lisa, 1975, 99,5 x 80 cm, Acryl auf Leinwand; Collection / Sammlung Würth

« Die Kunst ist die Realität des Traumes. »
José d
e Guimarães

José de Guimarães zählt zu den bemerkenswertesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst; seine Ausbildung zum Ingenieur, sein Künstlerblick, Ansatz als Anthropologe und seine Sammlerleidenschaft vereinen sich seit nun mehr sechzig Jahren in einer grafischen Sprache und farbenfrohen Farbpalette.
Nach ersten Pop-Art-Werken regte ihn die Entdeckung von Angola, Mexiko und Japan zu einer expressiven Kunst in ihrem ursprünglichen Zustand an – einer Art brut, die jahrhundertealte Kulturen und die Moderne miteinander in den Dialog treten lässt.
So entwickelte José de Guimarães sein eigenes Vokabular; es beruht auf dem Schneiden, Fragmentieren und Versetzen von Zeichen, die er – seit seinem grundlegenden afrikanischen Alphabet (1971-1974), das hier zu sehen ist, bis zu den monumentalen urbanen Kunstwerken (seit den 1990er Jahren) – bis heute auf den verschiedensten Untergrundmaterialien kombiniert. Seine Zyklen, durch die sich ein multikontinentaler und multikultureller
Synkretismus zieht, drücken unbändige Lebenskraft und magische Inkandeszenz, gepaart mit einer starken totemischen Dimension und einem naiven Humor, aus.
Das Werk von José de Guimarães wurde in den 80er und 90er Jahren international anerkannt; in Frankreich hingegen war er zunächst kaum bekannt, wurde jedoch bald überall eingeladen; das Schaffen dieses unermüdlichen, zutiefst antikonformistischen Künstlers zeugt von seiner Vision einer
sich kontinuierlich erneuernden Welt, die er durchquert und aus deren Wurzeln er schöpft.
Wir freuen uns, heute in einer der wenigen, ihm in Frankreich gewidmeten Retrospektiven die kreative Route dieses außergewöhnlichen transkulturellen Nomaden nachzuvollziehen. Wir wollen den Künstler und Anthropologen zeigen, weshalb wir sowohl eine repräsentative Auswahl seiner Werke – aus der Sammlung Würth, die zahlreiche Werke des Künstlers umfasst – als auch afrikanische Kunstwerke aus seiner umfangreichen
persönlichen Sammlung präsentieren.

Werke aus der Sammlung Würth & Leihgaben
F – Erstein, Musée Würth France

geöffnet Di-Sa 10 – 17 Uhr, So 10 – 18 Uhr
Tel. +33 (0)3 88 64 74 84
www.musee-wurth.fr

Würth France
ZI Ouest – rue Georges Besse
BP 40013
67158 ERSTEIN Cedex

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