Christo und Jeanne-Claude im Musée Würth Erstein
verlängert bis 20. Oktober 2021

by Brigitte Matt-Brassel

Das Musée Würth France Erstein teilt mit:

Liebe Gäste, aufgrund der Corona-Pandemie ist das Museum zur Zeit geschlossen. Wir hoffen, Sie bald wieder empfangen zu können. In der Zwischenzeit wünschen wir Ihnen alles Gute. Bleiben Sie gesund!

Chers visiteurs. en raison du confinement national annoncé par le président de la République en date du 28 octobre, nous vous informons que le musée est actuellement fermé. Nous espérons pouvoir vous accueillir de nouveau très bientôt. En attendant, prenez soin de vous!

Monumentale vergängliche Kunst - Christo und Jaenne-Claude

12. JULI 2020 –  20. OKTOBER 2021

Das Musée Würth zeigt eine einmalige Retrospektive der Projekte von Christo und Jeanne-Claude, einem der aufsehenerregendsten Künstlerpaare der zeitgenössischen Kunst. Möglich ist dies durch den bedeutenden Werkbestand in der Sammlung Würth.

Wrapped Reichstag, Project for Berlin 1971-1995

Der Verhüllte Reichstag (englischer Originaltitel: Wrapped Reichstag) war ein Kunstprojekt des Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude. Im Rahmen des Projektes, dessen Realisierung von 1971 bis 1995 dauerte, wurde das Reichstagsgebäude in Berlin vom 24. Juni bis zum 7. Juli 1995 vollständig mit aluminiumbe-dampftem Polypropylen-gewebe verhüllt. Die Reichstagsverhüllung stellt eines der bekanntesten Werke für Kunst im öffentlichen Raum dar.

1993 Modell: Sammlung Würth, Inv. 3052, Urheberrecht: Philipp Schönborn, München – © Christo

Das Kunstwerk ist nicht das Objekt, sondern der Prozess. – Christo.

Christo (1935 – 2020) und Jeanne-Claude (1935 – 2009) prägen mit ihrer Persönlichkeit seit den 1960er Jahren die Kunstwelt ebenso wie das kollektive Gedächtnis. Ihre Projekte sind eine stete Aufforderung, die Umwelt aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, ungeachtet ob es sich um urbane oder landschaftliche Eingriffe handelt. Diese temporären Kunstwerke berühren die Öffentlichkeit ganz unmittelbar und vermitteln eine überwältigende ästhetische Erfahrung.

Das verbindende Element der meisten Projekte ist das Medium Stoff. Gemäß des Credo des Künstlerpaars, dass sich das Leben nicht durch die Zahl unserer Atemzüge, sondern durch Orte und Momente, die uns den Atem rauben, bemerkbar macht, sind Vergänglichkeit und Verwandlung zentrale Aspekte ihrer Kunst, egal ob sie ein Bauwerk in ein skulpturales Monument von zweckfreier Schönheit verwandeln oder einer Landschaft in nie gesehener Weise ein zauberhaftes Element hinzufügen.

www.musee-wurth.fr
Der verhüllte Pont Neuf, Paris 1975-1985

Welche Künstler, welche Schöpfer erlauben sich, an ein kurzlebiges monumentales Werk zu denken? 
Christo und Jeanne-Claude waren eine jener Künstlerinnen, denen es gelungen ist, Menschen dazu zu bringen, sich an unverhältnismäßige Projekte zu halten, deren Präsentation für die Öffentlichkeit selten länger als ein paar Tage dauerte. Jedes ihrer Werke wurde durch Zeichnen zum Leben erweckt und zu einem außergewöhnlichen konkreten menschlichen Abenteuer, das in einer sozialen, wirtschaftlichen und politischen Realität verankert ist. 
Beide verkörpern die Vielfältigkeit der zeitgenössischen Kunst und die Bedeutung der notwendigen Freiheit des Künstlers, um seine Ideen zu verwirklichen.

Das französisch-bulgarische Ehepaar, das später die amerikanische Staatsangehörigkeit erlangte, traf sich 1958 in Paris. Sehr schnell in Kontakt mit der Gruppe Les Nouveaux Réalistes befreite sich Christo von der Oberfläche des Gemäldes und integrierte die Verwendung von Objekten in seinem Job. Er machte die erste Verpackung und machte seine ersten Interventionen im öffentlichen Raum.

Während dieser sechs Jahre in Paris wurden nicht nur die Grundlagen ihrer künstlerischen Praxis geboren, sondern auch viele Projekte, deren Fertigstellung oft mehrere Jahrzehnte dauerte. 1964 ließ sich das Paar dauerhaft in New York nieder, reiste jedoch immer wieder um die Welt, um ihre zahlreichen Projekte zu fördern und weiterzuentwickeln.

Die Kunst von Christo und Jeanne-Claude ist Teil eines langen Schöpfungsprozesses, in dem jede Entwicklungsstufe wesentlich ist. Tatsächlich ist die endgültige temporäre Installation nicht nur untrennbar mit den zuvor erstellten vorbereitenden Zeichnungen und Modellen verbunden, sondern bleibt auch in Form von Fotografien und Filmen in Erinnerung. Die große kreative Freiheit des Paares, das seine monumentalen Projekte vollständig finanziert, ist nur dank des Verkaufs dieser Werke möglich.

In der Sammlung Würth France Erstein zeugt der reiche Bestand von 130 Werken, von denen im Musée Würth ein Großteil zu sehen sein wird, zugleich von der entschieden engagierten Unterstützung des Sammlers und Unternehmers Reinhold Würth für ein einzigartiges künstlerisches „Projekt“.

  Die für Herbst 2020 geplante Verhüllung des Pariser Triumphbogens, die aufgrund der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben wurde, findet trotz des Todes von Christo als posthumes Projekt statt.

Öffnungszeiten: 

Dienstags bis Samstags von 10 bis 17 Uhr
Sonntags vom 10 bis 18 Uhr
Montags geschlossen sowie am 25. und 26. Dezember,
1. Januar, 1. Mai, 14. Juli und 15. August.
 Der Eintritt ins Museum ist frei.
Museum Würth France Erstein
ZI OUEST, Rue Georges Besse
F – 67150 Erstein / Alsace