Home Ausstellungen Bestia – Tiere in der Sammlung Würth 7.11.2021 – 7.9.2022

Bestia – Tiere in der Sammlung Würth 7.11.2021 – 7.9.2022

by Brigitte Matt-Brassel
Barry Flanagan, Larger Thinker on Computer, 2003, coll. Würth, photo: Archiv Würth

In jeder Ausstellung nutzt das Ersteiner Musée Würth natürlich die umfangreiche Sammlung des Unternehmers Reinhold Würth, so dass alle von den Ressourcen und der Vielfalt der Sammlung profitieren. 

Bestĭa ist von der Tierthematik inspiriert und vermittelt einen umfassenden Einblick in die sensible Welt alles Lebendigen: 

–  Zeitgenössische Gemälde aus der        Sammlung Würth
–  Tierpräparate in Leihgabe des                Zoologischen Museums Strasbourg
–  mehrere Werke aus dem                          Elsässischen Regionalfonds für            zeitgenössische Kunst (FRAC), 
und
–  das lebende Projekt der Künstlerin
    Apolline Grevelet.   

Grand-Duc d’Europe Bubo bubo (Linnaeus, 1758) Musée Zoologique de Strasbourg Photo: Musées de Strasbourg, M. Bertola

„Schon immer bestand ein Gegensatz zwischen dem rationalen Blick der Wissenschaftler bzw. Naturforscher und dem emotionalen Blick der Künstlerinnen und Künstler.
Uns geht es darum, diese Kluft aufzubrechen, die  Komplementarität zu zeigen und zu einer neuen Betrachtungsweise des Lebendigen anzuregen“
so Ausstellungskuratorin Claire Hirner.

Karl Horst Hödicke, Sheep, 1982, Sammlung Würth, Foto: Philipp Schönborn
Donna Stolz, Interwoven, 2003, Sammlung Würth, Foto: Volker Naumann

Anregung zum Nachdenken und Hinterfragen

Bestĭa ist eine Anregung nachzudenken, zu hinterfragen, zu ergründen.
Die Thematik ist überaus politisch, ja kontrovers, doch verteidigt die Ausstellung keinen bestimmten Standpunkt noch eine Überzeugung. Sie bekennt sich zu ihrem Erbe, zu ihrer artenorientierten und anthropozentrischen Positionierung, belässt es jedoch nicht dabei. Es werden weder Jagdszenen noch Stillleben gezeigt.
Hinterfragen wir unser ganz persönliches Verhältnis zum Tier – Zoo, Massentierhaltung, abnehmende Artenvielfalt, Jagd, Tierleiden, Haustiere-Kuscheltiere, Veganismus … bis hin zum Pangolin, in Anspielung auf Covid 19 und die Brisanz der Thematik.

„Unsere Sammlungen sind der greifbare Beweis für die biologische Vielfalt, die in bestimmten Gebieten abnimmt oder nicht mehr existiert.“
Samuel Cordier, Direktor des Zoologischen Museums Straßburg

Apolline Grivelet: Das Lebendige integrieren

Das im Museumsgarten installierte Projekt Eumélanine ist Teil dieses hochaktuellen Zeitbezugs.
Die Künstlerin Apolline Grivelet, die häufig mit lebenden Tieren arbeitet, hat durch die Kreuzung bestehender Rassen eine völlig neue Hühnerrasse geschaffen.
Jede einzelne Henne ist ein Kunstwerk. Indem sie die Beziehung zwischen Mensch und Haustier analysiert, setzt sie sich ständig mit ihren eigenen ethischen und emotionalen Grenzen auseinander und verschiebt diese. Warum unterscheiden wir zwischen Haustieren, Ziertieren, Nutztieren? Woher stammen die Konzepte Rasse und Reinheit?

„Apolline Grivelet’s Projekt regt uns zu zahlreichen Fragen an, was gut zu unserer Ausstellung passt. Mit ihr bringen wir das Lebendige in unser Museum zurück – mit dem Blick der Künstlerin.“ 
Marie-France Bertrand, Leiterin des Ersteiner Musée Würth

Praktische
Informationen

Eintritt frei, täglich und für alle
Geöffnet:  Di -Sa 10 – 17 Uhr +  So 10-18 Uhr
Gruppen und Führungen:
         Info und Reservierung: 0033 (0) 3 88 64 74 84
         mwfe.info@wurth.fr
Atuoguide
       Deutsch, Französisch
Anfahrt 
      D 1083, Ausfahrt Erstein, dem Schild Z.I. Ouest folgen
      Zug: TER-Zuglinie Strasbourg/Basel, Bahnhof Erstein-gare, dann 8 Min. zu Fuß
      Barrierefreier Zugang

      Parkplatz
      Elektrische Ladestation

www.musee-wurth.fr 

Die aktuellen Coronabedingungen sind zu beachten. 

Ray Smith, Sans Titre, 1989, Sammlung Würth, Photo: Volker Naumann