Home Highlight Kultur 70 Jahre Schwetzinger SWR Festspiele 2022 “ARKADIEN” 29. April – 28. Mai

70 Jahre Schwetzinger SWR Festspiele 2022 “ARKADIEN” 29. April – 28. Mai

by Brigitte Matt-Brassel

Arkadien

Vom 29. April bis 28. Mai feiern die Schwetzinger SWR Festspiele unter dem Motto “Arkadien” ihr 70-jähriges Bestehen.1952 auf Initiative des Süddeutschen Rundfunks (SDR) entstanden, zählen die Festspiele heute zu den bedeutenden europäischen Festivals für klassische Musik und Oper mit einer internationalen Reichweite, für die jedes Jahr der öffentlich-rechtliche Rundfunk sorgt. 

Freuen Sie sich auf 50 Veranstaltungen im wunderbaren Ambiente des Schwetzinger Schlosses.
Darunter wieder eine Uraufführungsoper, die im Auftrag der Schwetzinger SWR Festspiele, in Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen und gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, entsteht. Komponist ist der in Wien lebende Rheinländer Johannes Kalitzke. Seine Oper Kapitän Nemos Bibliothek nach dem gleichnamigen Roman von Per Olov Enquist wird von Christoph Werner, dem Intendanten des Puppentheaters Halle, realisiert.

Neben dem pandemiebedingt verschobenen Beethoven-Projekt Force & Freedom mit Nico and the Navigators stehen weitere szenische Produktionen auf dem Programm: Die Oper L’Isola d’Alcina von Giuseppe Gazzaniga ist eine virtuose Parodie auf den Mythos der Zauberin Alcina. 1773 erstmals im Schwetzinger Hoftheater gespielt, kommt das Werk nun in einer Koproduktion mit dem Oldenburgischen Staatstheater wieder auf die Bühne. Das internationale Sängerensemble wird begleitet vom Ensemble L’arte del mondo unter der musikalischen Leitung von Werner Ehrhardt, Regie hat Christoph von Bernuth.

Als Residenzkünstler/in mit jeweils drei Konzerten bei den Festspielen zu Gast sind die Geigerin Isabelle Faust und der Pianist Alexander Melnikov.

Wiederbegegnungen gibt es mit
Christoph und Julian Prégardien,
Christina Landshamer,
Martin Helmchen,
Antje Weithaas,
Dorothee Oberlinger,
Sharon Kam,
Avi Avital,
Jean-Guihen Queyras,
Kristian Bezuidenhout,
Ensemble Constantinople,
Accademia del Piacere,
Belcea Quartet,
Quatuor Ébène,
Cuarteto Casals,
Quatuor Diotima,
Pavel Haas Quartett
u.v.m.

Zum Programm:

Alle Termine auch zu finden auf: 
kulturartour.de > Schwetzinger  SWR Festspiele

Tickets sind beim SWR Classic Service und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

TICKET-HOTLINE    07221 300 100 (von 10 bis 16 Uhr)

ONLINEBUCHUNG  www.swrclassicservice.de

BESTELLUNGEN PER E-MAIL swrclassic@swrservice.de

23. April , 19.30 h, Stiftskirche Sunnisheim – Stiftstraße 15, 74889 Sinsheim
PROLOG –  Das erste Wort gehört den jungen Musikern: den Brüdern
Lionel und Demian Martin. Lionel, Cellist, 19 Jahre alt, ist SWR2
New Talent; der SWR fördert den jungen Überflieger mit Aufnahmen, Konzerten und Sendungen. Bereits als 14-jährigen nahm Anne-Sophie Mutter ihn in ihre Stiftung für junge Musiker auf, mit denen sie weltweit auf Konzerttournee geht.

Ihr geht es um nichts anderes als um die Essenz der Musik. Geradlinig und ohne jedes Brimborium hat sie sich den Weg an die Weltspitze der Geigenszene gebahnt.

Residenzkünstlerin und – künstler sind Isabelle Faust, Violine, und Alexander Melnikov, Piano 
Mit jeweils 3 Konzerten bereichern sie das Programm der Schwetzinger Festspiele.

Melnikovs musikalische Speicherkapazität und seine Gedächtnisleistung übersteigen eigentlich das Vorstellbare. –Lotte Thaler

“Arkadien”

Das Land der Griechen mit der Seele suchend

⌈…⌋  Arkadien, diese Utopie eines Landes, wo ewiger Frühling herrschte, wo die Natur für alles sorgte, was der Mensch benötigte, wo Götter und Sterbliche sich auf Augenhöhe begegneten, wo Milch und Honig floss, wo Krieg und Streit, Hunger und Elend abwesend, Frieden, Gerechtigkeit und Wohlverhalten ohne Gesetze, Vorschriften oder Einschränkungen selbstverständlich waren, hat eine lange, bis in die Antike zurückreichende Geschichte.
Ursprünglich eine schwer zugängliche, karge und hauptsächlich von Hirten bevölkerte Landschaft auf der Peloponnes, verklärte der römische Dichter Vergil (70 bis19 v. Chr.) dieses weitgehend unerreichbare reale Arkadien in seinen Hirtengedichten zu jener imaginären Idylle, die fortan über die Jahrhunderte hinweg für künstlerische, gesellschaftliche, aber auch für politische Zwecke vereinnahmt werden konnte.  ⌈…⌋ 

⌈…⌋  Was nämlich die Hirten und Nymphen Arkadiens auszeichnete, war vor allem ihre Musikalität. Giovanni Battista Doni, der in den 1630er Jahren eine Abhandlung über die Oper verfasste, wusste, dass in Arkadien die Sprache noch fast Poesie und das Sprechen eigentlich fast ein Singen gewesen war.  ⌈…⌋ 

Text-Ausschnitt aus Schwetzinger SWR Festspiele 2022 – Silke Leopold