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Weltweit renommierter Kunstpreis André Evard wird vergeben

by Brigitte Matt-Brassel
24.12.2021 – 27.02.2022 
kunsthalle messmer, Riegel a. K.

Die Wege der konkret-konstruktiven Kunst

Einmalig ist dieser von der kunsthalle messmer ausgeschriebene Kunstpreis im Bereich der konkret-konstruktiven Kunst zu nennen: Der weltweit renommierte
André-Evard-Preis
wird zum 6. Mal vergeben
und über 500 KünstlerInnen aus 47 Ländern haben sich beworben. 

Die Preisvergabe findet am 13. Februar 2022 statt.

INFORMATION: Zeitgleich präsentiert die räumlich angeschlossene GALERIE MESSMER eine Ausstellung zu den Arbeiten André Evards.

Besucherinformation:
Öffnungszeiten:
Di – So, 10 -17 h Eintrittspreise: 13,50 €, Reduziert: 11,50 € | Freier Eintritt mit dem Museums-Pass-Musées

kunsthalle messmer
Grossherzog-Leopold-Platz 1 
79359 Riegel am Kaiserstuhl
www.kunsthallemessmer.de  info@kunsthallemessmer.de
Tel + 49 (0) 7642 920 162 0

Angelika Schori "Under The Seacloud", Material Ozeanplastik (upcycled), 2019-2020 (c) messmer foundation
Thomas Haufe "Getreide 2", Material Lindenholz auf MDF-Platte, Tusche/Acryl, 2014+2019 (c) messmer foundation
Barna Benedek "Raumzeitkrümmung 17" Material Acryl auf Leinwand und MDF, 2021 (c) messmer foundation

100 ausgewählte Arbeiten auf internationalem Niveau werden in der Ausstellung der kunsthalle messmer ab 4.12.2021 zu sehen sein. Die BesucherInnen erwartet eine Zusammenfassung der spannendsten Facetten und Neuinterpretationen der geometrisch-abstrakten Gegenwartskunst. 
Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird unter den KünstlerInnen der drei überzeugendsten Werke der Ausstellung aufgeteilt, außerdem wird es einen Publikunspreis geben.
Ausgewählt werden die PreisträgerInnen von der renommierten Fachjury Marli Hoppe-Ritter und Karl Ewald Schrade.

Konkret-konstruktive Kunst

Der Begriff konkrete Kunst wurde 1924 von Theo von Doesburg geprägt und avancierte 1930 zum Schlüsselbegriff im Manifest der Künstlergruppe „Art concret“.
Das konkrete Kunstwerk solle nichts von den „Gegebenheiten der Natur, der Sinne und der Gefühle“ enthalten, sondern müsse vorab „im Geist vollständig konzipiert“ sein: „Jedes Bild ist ein Farb-gedanke“ (T.v. Doesburg).

Dieser Preis ist einem der Urväter der konkret-konstruktiven Kunst, dem Schweizer Künstler André Evard (1876–1972), gewidmet.
Ab 1913 beschäftigte sich Evard in seiner Malerei mit geometrischen Abstraktionen. Er ist damit einer der ersten nicht figurativ arbeitenden Künstler Europas und zählt zu den Vorreitern der Schweizer konstruktiv-geometrischen Malerei.

Die Werke des Schweizer Künstlers bilden das Herzstück der Sammlung der kunsthalle messmer.

Die TeilnehmerInnen des 6. internationalen andré-evard-preises:

Aberer, Ilse (AUT)
Ackermann, Susanne (D)
Becker, Axel (D)
Benedek, Barna (HUN)
Bertone, Carla (ARG)
Bom, Michael (NL)
Bodet, Philip (F)
Brandstetter-Hiss, Getti (CH)
Breunig, Julia (D)
Bugaud, Michel (F)
Bürgin, Janik (CH)
Camponovo, Francesco (CH)
Charasse, Jean (F)
Clarry, Ken (GB)
Colino, Pilar (D)
Dannecker, Maks (D)
Diehl, Edgar (D)
Dorsch, Werner (D)
Emmenegger-Kanzler, Manfred (D)
Engelberg, Daniel (D)
Ewers, Werner (D)
Goldbach, Marianne (D)
Gross, Julia (D)
Habermacher, René (CH)
Haufe, Thomas (D)
Heiser, Wolfgang (D)

Heyers, Michael M. (D)
Hierholzer, Ursula (D)
Hoffmann, Kathrin (D)
Höller, Barbara (AUT)
Hotter, Gerhard (D)
Humair, Roland (CH)
Jansen Heijtmajer, Rity (NL)
Jäger, Barbara (D)
Jurgelucks, Joachim (D)
Käppeli-von Bülow, Karin (CH)
Kaufmann, Christiane (D)
Knöckel-Reinöhl (KNÖ-REI), Angela Viola (D)
Koch, Ariane (D)
König, Ulf (D)
Kücükköroglu, Erdem K. (TUR)
Kotulla, Andreas (D)
Kuhl, Eva (D)
Lévrier-Mussat, Alain-Jacques (F)
Lobisch, Mechthild (D)
Löw, Christine (D)
Maat, Monica (NL)
Mang, Ludwig (D)
Marra, Antonio (IT/D)
Merki, Beata (CH)
Millotte, Pierre (D)

Miura, Yoshiyuki (JP)
Moshnikova, Veronika (UKR)
Mori, Mitsouko (JP)
Müller, Faxe (D)
Nievergelt, Paul (CH)
Otto, Laszlo (HUN)
Ogawa, Fumiari (JP)
Paragi, Eva (HUN)
Paschold, Carola (D)
Piotter, Susanne (D)
Pletschen, Gisela (D)
Pops Strothotte, Nina (D)
Reibeholz, Sabine (D) & Reth von, Marc (D) (INSTITUT FÜR INSZE-NIERUNG)
Reiss, Grit (D)
Riesterer, OMI (D)
Rohden von, Luise (D)
Rumi, Will (D)
Scharein, Günther (D)
Scherer, Otto (D)
Schlanstein, Elisabeth (D)
Schmidt, Karsten (D)
Schoepper, Ursa (D)
Schori, Angelika (CH)
Schramm-Biermann, Irene (D)

Schröder, Astrid (D)
Schubert, Jens (D)
Schulz, Frank Boje (D)
Seckendorf von, Veit (D)
Seidt, Rüdiger (D)
Senn, Ruth (CH)
Siebers, Stephan (D)
Somm, Peter (CH)
Sterz, Brigitte (D)
Stiller, Max (D)
Tatarczyk, Anna (POL)
Thomas, Emily (GB)
Tinti, Volker (D)
Tödter, Petra (D)
Urrutia Lorenzini, Alesandro (CHL/D)
Viot, Jean-Pierre (F)
Wagner, Michael (D)
Wallmeier, Konrad (D)
Werdin, Susanne (D)
Zalavári, József (HUN)
Zeisel, Hans Karl (D)
Zemp, Werner (CH)
Zepf, Walter (D)
Ziebandt, Heidemarie (D)

André Evard - ein zielgerichteter Künstler

Die Bedeutung André Evards nimmt in Fachkreisen stetig zu. Da sich der Schweizer zeitlebens dem Kunstmarkt verweigert hat, ist er jedoch noch recht unbekannt. Eine Zusammenarbeit mit Galeristen kam nie zustande. Dadurch kam es, dass die Bedeutung André Evards für die Entwicklung der Schweizer Avantgarde zunehmend in Vergessenheit geriet und er nicht die Würdigung erhielt, die er verdient.

Er blieb zeitlebens ein Einzelgänger, entwickelte von Beginn an eine eigenständige Bildsprache und eine spezifische Sichtweise, die sich auch in seinen Werken widerspiegelt. Im Laufe seines Lebens entstanden dabei hunderte von Ölgemälden, eine große Zahl an Zeichnungen sowie ca. 2000 bis 3000 Aquarelle und Gouachen, die heute zum Großteil im Bestand der Sammlung der kunsthalle messmer sind, wo sein Werk und sein Leben wissenschaftlich untersucht und aufgearbeitet wird.

André Evard (Foto: (c) messmer foundation) wird am 01.06.1876 in Renan, in der Nähe der Uhrenstadt La Chaux-de-Fonds (Schweiz) geboren und stirbt 1972 im Alter von 96 Jahren in Le Locle.
1904 -1909 besucht Evard in der Ecole d’Art in La Chaux-de-Fonds die Meisterklasse von Charles L’Eplattenier, wo er mit berühmten Künstlern wie Le Corbusier, Léon Perrin, Octave Matthey und George Aubert studiert. Le Corbusier war ein enger Freund Evards. Die beiden arbeiten zu verschiedenen Anlässen zusammen, insbesondere an der bekannten Villa Fallet. 

1907 macht er eine Studienreise nach Italien. Evard studiert die klassischen Maler, wie Dürer, Da Vinci und Poussin. Zwischen 1923 – 1927 lebt er in Paris und stellt regelmäßig im Salon d’Automne und Salon des Indépendants, den wichtigsten Ausstellungshäusern der damaligen Zeit, aus und trifft namhafte Maler, u.a. Braque, Delaunay und Mondrian. Theo Van Doesburg versuchte Zeit seines Lebens vergeblich den Schweizer zur Mitarbeit in der von ihm mitbegründeten De Stijl-Bewegung zu gewinnen. Doch dieser lehnte vehement ab.

Sein Werk vereint all seine künstlerischen Einflüsse: Elemente des Kubismus, Pointillismus, des konkret-konstruktiven und des Expressionismus. 1936 beteiligt sich Evard an der Ausstellung “Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik” im Kunsthaus Zürich, wo er mit wichtigen Künstler-persönlichkeiten wie Hans Arp oder Max Bill zusammen ausstellt.
1937 wird er Mitglied der Schweizer Künstlergruppe “Allianz”. Neben späten Kubisten und Surrealisten schließen sich Künstler wie Max Bill, Alberto Giacometti, Paul Klee, Hans Arp sowie Le Corbusier der Gruppe an.